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Berlin/Köln (www.kath.net/idea)
Der Islam spielt für die rund 3,5 Millionen Muslime in
Deutschland eine bedeutende Rolle. Bei der überwiegenden
Mehrheit bestehen starke religiöse Bindungen, so die im
Auftrag des Bundesinnenministeriums erstellte Studie
„Muslime in Deutschland“. Dies hat auch Auswirkungen auf
die Einstellung zu politisch-religiös motivierter Gewalt.
Annähernd jeder zweite der 1.000 Befragten ist der
Meinung, dass sich Muslime mit Gewalt verteidigen dürfen,
wenn der Westen den Islam bedroht.
Allerdings halten es
nur 5,5 Prozent für gerechtfertigt, selbst zur Gewalt zu
greifen, um den Islam durchzusetzen. Fast ein Drittel ist
überzeugt, dass Muslime, die im bewaffneten Kampf für den
Glauben sterben, ins Paradies kommen. Selbstmordattentate
werden jedoch weithin abgelehnt.
Rund 90 Prozent
halten sie für feige und dem Islam abträglich. Ebenso hoch
ist der Prozentsatz der Muslime, die die Auffassung
vertreten, dass kein Muslim im Namen Allahs Menschen töten
darf. Etwa jeder zehnte Muslim in Deutschland zeigt eine
ausgeprägte Distanz zu Demokratie und Rechtsstaat. Der
Sprecher des Koordinierungsrats der Muslime in
Deutschland, Bekir Alboga (Köln), trat dafür ein, den
Extremismus in allen Bereichen der Gesellschaft zu
bekämpfen, und nicht nur unter Muslimen.
Die Einstellung
junger Muslime unterscheide sich auf diesem Gebiet nicht
wesentlich von denen der Nicht-Muslime. Das „richtige
Verständnis“ des Islam, so Alboga, mache gegenüber dem
Extremismus immun, weil der Islam das Vertrauen in eine
demokratische Gesellschaft fördere.
Quelle: Kath.net 24.12.2007 |